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Die motorische Entwicklung im zweiten Lebensjahr.

Die motorische Entwicklung im zweiten Lebensjahr.

Zum Ende des 10. Lebensmonats dauert es nicht mehr lange und der erste Geburtstag steht an. Ein wichtiger Tag, denn das Kind ist jetzt kein Baby mehr, sondern ein Kleinkind.
Kinder im zweiten Lebensjahr sind ständig in Bewegung, sie wollen erforschen, erleben und ausprobieren. Die kindliche Entwicklung ist bei jedem Kind so individuell, wie auch jeder Mensch ein Individuum ist. Entwicklung verläuft nie linear, es folgt also nicht immer ein Entwicklungsschritt nach dem anderen. Es gibt viele Möglichkeiten, um zum freien Laufen zu gelangen, manchmal kommt der dritte Entwicklungsschritt vor dem zweiten. Übersprungene Entwicklungsschritte können aber durchaus später noch vollzogen werden.

Motorik
⦁ 10.-12. Lebensmonat: Die schon erlernten Fertigkeiten wie Sitzen, Krabbeln, Bewegungsübergänge werden weiterhin ausprobiert und geübt. Durch das Hochziehen an Möbeln, gelangt das Kind in den Stand und später durch gezieltes loslassen der Möbel in den freien Stand. Dem Kind tun sich neue Möglichkeiten auf, denn es gewinnt an Raumwahrnehmung und der Erforschung von Gegenständen.

Die Reihenfolge der Entwicklungsschritte vom Aufstehen zum Laufen sind individuell verschieden. Viele Kinder gelangen über das Krabbeln und den Vierfüßlergang zum Laufen, einige rollen sich über den Boden und ziehen sich dann ohne je gekrabbelt oder gerobbt zu sein hinauf und andere rutschen einige Zeit auf dem Po und ziehen sich dann nach oben in den Stand.

⦁ 13.-18. Lebensmonat: Das Kleinkind ist ständig in Bewegung, denn das freie Laufen ist so aufregend. Die Arme werden beim Laufen angewinkelt und dienen zur Gleichgewichtsregulation. Häufiges Hinfallen ist in dieser Phase normal. Klar tut es auch mal weh, aber meistens landen die Kinder auf dem Popo, der durch die Windel etwas geschützt wird. Kinder kann so ein Sturz nicht entmutigen. Sie richten sich über den Bärenstand einfach wieder auf.
In diesem Alter können Kinder frei und sicher stehen, sie knien beim Spielen, können sich bücken und aufrichten.

⦁ 19.-24. Lebensmonat: Sicheres Laufen und das Abstoppen der Bewegung, also Stehen bleiben, ist für das Kind kein Problem mehr. Es spielt am liebsten in der Hocke.

 

Feinmotorik

⦁ 13.-18. Lebensmonat: Das Kleinkind versucht seine Hände gezielt einzusetzen und hat dabei auch schon ganz guten Erfolg. Zwar noch etwas unkoordiniert aber schon voller Eifer versucht es Dinge umzukippen, umzufüllen, zu stapeln oder etwas ein und auszuladen. Dinge werden umhergetragen, es wirft Bälle und kann Gegenstände mit einem Stock heranholen. Ganz besonders gerne werden die Schränke von Mama oder Papa ausgeräumt.

⦁ 19.-24. Lebensmonat: Kinder ahmen die Erwachsenen nach. Mit ganz viel Freude wird z. B. Wäsche aufgehangen oder es werden die Blumen gegossen. Die Bewegungsanpassung verbessert sich.

Graphomotorik: zwei der Vorläuferfertigkeiten zum Schreiben bilden sich heraus: das adäquate Festhalten und das dosierte Loslassen. Kinder in der ersten Hälfte des zweiten Lebensjahres halten den Stift noch im Faustschluss, beide Hände werden abwechselnd eingesetzt. Kritzeln auf dem Papier gelingt noch nicht immer, weil die Stiftführung noch unreif ist. Mitte des zweiten Lebensjahres bildet sich diese aber langsam aus. Kleine Kritzelkunstwerke können in dieser Zeit dann entstehen.

⦁ Händigkeit: Viele Kinder benutzen beim Essen häufig die gleiche Hand. Jene Hand wird auch bei Tätigkeiten eingesetzt die feinere Bewegungen erfordern.

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Über die Autorin

Marga Bielesch