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Systemabsturz an der Supermarktkasse

Systemabsturz an der Supermarktkasse

Zwischen dem 2. und dem 4. Lebensjahr steht die Gefühlswelt von Kleinkindern häufig Kopf. In diesem besonderen Lebensabschnitt entwickelt sich das Kind nicht nur körperlich rasant, sondern auch emotional. Es lernt sich, seine Gefühle und die Welt kennen.
Und das ist manchmal gar nicht so leicht. Nicht nur das Kind stößt häufig an seine eigenen Grenzen, den Eltern geht es ebenso.

Ein typischer Alltagsklassiker mit Kleinkind.

Viele Eltern kennen sie, die Situation an der Supermarktkasse. Eben war noch alles in Ordnung und auf einmal liegt das Kind schreiend auf dem Boden. Keine leichte Angelegenheit.

Versetzen wir uns mal in die Lage eines Kindes, welches wir Frieda nennen.

Die zweijährige Frieda begleitet ihre Mama nach einem anstrengenden Kitatag in den Supermarkt. An der Kasse sieht die Kleine Überraschungseier. Zielstrebig und freudestrahlend steuert sie auf die Eier los und möchte gerne eins davon haben. Als die Mama versucht zu erklären, dass sie heute kein Ei kaufen werden fängt sie laut an zu schreien.

Haben sich Kleinkinder etwas in den Kopf gesetzt, fällt es ihnen noch sehr schwer von ihrem Ziel abzuweichen. Sie verfügen noch nicht über die Fähigkeit die Situation kurzfristig umzuplanen. Das Kind gerät in eine riesen große Überforderung. Und dann platzt die Wut aus ihm heraus. Einfach so, ohne, dass es etwas dagegen tun kann.

In der Phase des Wutanfalls ist ein herankommen an das Kind kaum möglich. Es befindet sich innerlich in einer tiefen Not und kann die Situation nicht kontrollieren.

Erklärungen auf der Vernupftsebene bringen jetzt gar nichts!

In solchen Momenten brauchen Kinder Eltern, die ihre Hilflosigkeit gut auffangen können. Die gemeinsam mit ihnen den Gefühlszustand aussitzen.

Wenn sich die Situation wieder beruhigt hat, ist es unheimlich wertvoll dem Kind seine Gefühle zu spiegeln (Ich sehe, dass Du wütend bist) und Verständnis zu zeigen (Ich kann Dich verstehen). Denn nur so wird es lernen, was da in ihm vorgegangen ist.

 

Worte an die Eltern.

Liebe Eltern, Euer Kind ist weder verwöhnt noch tanzt es Euch auf der Nase herum. Es steckt lediglich in einem Entwicklungsschritt fest. Es ist gerade dabei sich besser kennenzulernen. Und gerade jetzt braucht es Euer Verständnis !

 

Anleitung für einen gelungenen Supermarkteinkauf – ohne Gewähr 😉

Der Einkauf im Supermarkt gehört zu den Aufgaben des alltäglichen Lebens und ist unumgänglich. Hin und wieder gibt es die Möglichkeit alleine einkaufen zu gehen, aber das klappt nicht immer. Also geht es darum die Situation gut zu gestalten, sodass es für alle eine gelungene Aktivität wird.

 

Damit der Einkauf für alle Familienmitglieder angenehm verlaufen kann, bedarf es einer guten elterlichen Führung.

1. Eltern könnten vor dem Supermarktbesuch mit dem Kind absprechen, dass es sich ein Produkt im Markt aussuchen darf. Es ist wichtig klar bei der Aussage zu bleiben!

2. Sind Eltern generell gegen den Verzehr oder Kauf von Süßigkeiten, sollten Gänge, in denen entsprechenden Waren zu finden sind, vermieden werden. Ebenso gibt es in fast allen Märkten Kassen wo keine Süßwaren stehen.

3. Kinder können beim Einkaufen einbezogen werden z.B. Käse holen oder den Wagen schieben. So entsteht keine Langeweile und alle fühlen sich gebraucht.

4. Eltern dürfen wachsam sein, um brenzlige Situationen frühzeitig abzufangen. Wenn die Mutter merkt, dass das Kind unruhig wird, kann sie es auf dem Arm nehmen und ein Gespräch beginnen (z.B. über das Lieblingsbuch). Es geht darum die Situation zu führen und Übergänge zu gestalten.

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Über die Autorin

Marga Bielesch