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Der gute Morgen

Der gute Morgen

„Bindungs- und bedürfnisorientiert erziehen, auf Augenhöhe begleiten, achtsam kommunizieren, Verständnis zeigen, Situationen aushalten, das Gefühl hinter der Reaktion sehen, erkennen und akzeptieren, da sein.“
Manchmal sind die Aufgaben für Eltern, die etwas anders machen wollen im Familienalltag, ganz schön anspruchsvoll.

Egal, wie bemüht wir im Team mit unseren Kindern für ein besseres Miteinander zusammenarbeiten wollen – es gibt doch viele Momente, in denen es Müttern, Vätern und Großeltern nicht so leicht von der Hand geht. Momente des Alltags, Momente mit zeitlichem Druck, ganz normaler Alltag eben.


Für mich persönlich ist das morgendliche Aufstehen und der Start in den Tag so ein Moment und regelmäßig verliere ich die Geduld, das Verständnis und auch mal die innere Ruhe. Wir alle sind Menschen und werden von unseren Emotionen beeinflusst. Stürmt morgens alles auf mich ein und mein Kopf raucht schon von den Aufgaben des Tages, ist es oft schwierig besonnen zu handeln. Dennoch bemerke ich an mir selbst, das Tage an denen ich bewusst versuche, etwas anders zu machen, mir selbst deutlich weniger Kraft kosten und den Start in den Tag einfacher machen – für uns alle.

Darum heute mal ein Beispiel, wie es auch gehen kann. Nicht immer, aber doch immer öfter.


Ein kuschliger Start in den Tag


Es ist kuschelig warm unter meiner Decke und meine Mama riecht so gut neben mir. Nein, ich will einfach nicht aufstehen. Ganz. Sicher. Nicht.
Mama gibt mir einen Kuss und sagt: „Ich komme Dich gleich holen mein Schatz! Zeit aufzuwachen.“ Wie jeden Morgen stellt sie mir noch ein Lied an. „Guten Morgen, guten Morgen sagt die Sonne zu Dir“ kommt es aus dem Radio und macht mir ein warmes Gefühl im Bauch.


Plötzlich krabbelt was an meinen Füßen und ich ziehe sie schnell zurück unter die Decke, aber Mama ist schneller und schnappt schon meine Beine um mich durch zu kitzeln. Eigentlich will ich wirklich nicht aufstehen und mir ist erst recht nicht nach Lachen zumute. Aber Mama hat so gute Laune und ich weiß genau, gleich darf ich sie auch kurz kitzeln. Und nochmal schmusen.

Da fällt das Aufstehen viel leichter. Manchmal darf ich auch Mamas Puderpinsel benutzen und mich mit ihr zusammen rausputzen, wie sie immer sagt. Dann fühle ich mich schon richtig groß.


Beim Waschen habe ich kurz keine Lust mehr. Der Lappen ist so nass und kalt und ich will viel lieber spielen oder zurück ins Bett. Mama nimmt den Lappen, steckt die Hand hinein und spricht mit verstellter Stimme „Hallo Kleines, ich bin Mr. Waschi und möchte unbedingt Dein Gesicht sauber machen.“
Ich muss lachen und halte mein Gesicht schließlich hin.
Mama nimmt mich in den Arm und gibt mir einen Kuss. „Ich liebe Dich, mein Schatz! Wir haben das beide heute sehr gut hinbekommen, denn weißt Du was? Ich verrate Dir ein Geheimnis: Ich hatte heute überhaupt keine Lust aufzustehen.“


Ich drücke Mamas Hand und lächele sie an als wir zur Tür rausgehen.


Ein kleiner Input für alle, die es meistens anders machen wollen 😉

Eure Anja Töpfer aus Weimar

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